Auch die Berliner Grünen können sich inzwischen Enteignungen von Wohnungsunternehmen vorstellen. „Wir würden uns wünschen, dass die Umstände uns nicht zwingen, die Vergesellschaftung als letztes Mittel anzuwenden, um den verfassungsmäßigen Auftrag erfüllen zu können“, heißt es im jetzt verabschiedeten Programm für die Abgeordnetenhauswahl im September. Wenn Wohnungsunternehmen sich jedoch „weigern, ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen, wird die öffentliche Hand, auch durch ein Volksbegehren gestützt, die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt mit diesem Schritt entschärfen“. Dabei sollten aber noch „qualitative Kriterien“ erarbeitet werden, rein quantitative Obergrenzen sehe man kritisch. Enteignungen als letztes Mittel hatten die Grünen bereits vor vielen Monaten ins Spiel gebracht, nun aber durch den Beschluss festgesetzt. Damit stehen sie zwischen ihren Koalitionspartnern: Während die SPD Enteignungen ablehnt, unterstützen die Linken das Ansinnen der Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“, die private Wohnungsunternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen enteignen will. Ebenfalls am Tag der Abgeordnetenhauswahl sollen die Berliner darüber abstimmen.